An den Wassern zu Babel
Heinrich Schütz
Words
An den Wassern zu Babel saßen wir und weineten, wann wir an Zion gedachten. Unsre Harfen hingen wir an die Weiden, die drinnen sind, den daselbst hießen uns singen, die uns gefangen hielten, und in unserm Heulen fröhlich sein: Lieber, singet uns ein Lied von Zion. Wie sollten wir des Herren Lied singen in fremdem Landen? Vergesse ich dein, Jerusalem, so werde meine Rechten vergessen. Meine Zunge muss an meinem Gaumen kleben, wo ich dein nicht gedenke, wo ich nicht lass Jerusalem mein höchste Freude sein. Herr, gedenke der Kinder Edom am Tage Jerusalem, die da sagen: Rein ab, rein ab bis auf ihren Boden. Du verstörete Tochter Babel, wohl dem, der dir vergelte, wie du uns gethan hast. Wohl dem, der deine junge Kinder nimmet und zuschmettert sie an den Stein.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und auch dem heilgen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigeit zu Ewigkeit. Amen.
